Uferinstandsetzung Teltowkanal

Der ca. 38 km lange Teltowkanal (TeK) verbindet die Spree-Oder-Wasserstraße (SOW) mit der Potsdamer Havel (PHv). Der Kanal verläuft südöstlich der durch Berlin führenden Spree-Oder-Wasserstraße, deren Schiffbarkeit durch Platzverhältnisse und bauliche Anlagen eingeschränkt ist. Zugleich verkürzt der Kanal den Schifffahrtsweg von der Elbe zur Oder um etwa 16 km.

 

Die Planungen für den Bau eines die Innenstadt von Berlin entlastenden Schifffahrtskanals begannen bereits 1860. Seinerzeit ging es einerseits darum, die Schifffahrt zu erleichtern, und andererseits die Niederschlagsentwässerung der Gemeinden im südlichen Umland Berlins und zugleich deren wirtschaftliche Situation zu verbessern.

 

Mit dem Bau des Kanals entstanden die Häfen Groß-Lichterfelde, Steglitz, Tempelhof, Britz und Mariendorf, mehrere Umschlagstellen, die beiderseits des Kanals verlegten Gleise für elektrische Treidellokomotiven und die Oberleitung des auf dem Machnower See eingesetzten elektrischen Schleppschiffs Teltow.

 

Schleppschiff und Lokomotiven verkehrten nach einem „Fahrplan“ und zogen bis zu 4 gekoppelte Behälter mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 4 km/h durch den Kanal bzw. über den See. Das elektrisch angetriebene Schleppschiff wurde bis 1910 erprobt. Dann wurde die Erprobungsphase aus Kostengründen beendet. Dafür wurde ein Dampfschlepper eingesetzt, der, um möglichst wenig Rauchgase zu erzeugen, mit Steinkohlenöl befeuert wurde.

 

Zur Energieversorgung der Lokomotiven und des Schleppschiffs wurde in Schönow ein mit Kohle betriebenes Kraftwerk gebaut, das die erforderlichen 500V Gleichstrom lieferte. 1906 folgten am gleichen Standort ein Bauhof für die Instandsetzung der Lokomotiven und ein Bauhafen en und ein  enden  e 3 Jlektrischen für die Reparatur der schwimmenden Geräte. Der Bauhafen verfügte über Liegeplätze, eine elektrisch angetriebene Querslipanlage sowie einen elektrisch betriebenen Kran. Dieser Bauhafen war der Grundstein für die 1921 gegründete Teltow-Werft, die bis 1962 existierte und 1927 das erste rundum verschweißte Fahrgastschiff Deutschlands auslieferte.

 

Im zweiten Weltkrieg wurden technische Einrichtungen des Kanals zerstört oder später von den Siegermächten demontiert und übernommen. Mit der Teilung Berlins konnte der Kanal nur noch über den Britzer Verbinder oder den Neuköllner Schifffahrtskanal erreicht werden. Erst in den 80-er Jahren führten innerdeutsche Verhandlungen dazu, dass der Kanal wieder geöffnet wurde.

 

Bereits bei der Planung des Teltowkanals war den Beteiligten bewusst, dass Schraubenwasser sowie Sunk und Schwell selbstfahrender Schiffe, aufgrund des kleinen Kanalquerschnitts, Schäden bis hin zu Uferabbrüchen auslösen würden. Deshalb wurden seinerzeit alle Schiffe ohne Nutzung des Eigenantriebs getreidelt.

 

Nach der Wiederöffnung des Kanals wurde ein Großteil der Ufer mit Spundwänden gegen Auskolkungen gesichert, sodass die Durchfahrt für selbstfahrende Motorschiffe und Verbände möglich wurde.

 

Nach der Wiedervereinigung war Rahmen des Verkehrsprojektes 17 geplant, den Teltowkanal für die einschiffige Passage mit Verbänden von 185 m Länge auszubauen. Diese Planung wurde 2010 eingestellt. Heute ist der Kanal in die Bundeswasserstraßenklasse IV eingestuft und wird vom WSA Spree-Havel betrieben und unterhalten.

 

Im Rahmen der turnusmäßigen Bauwerksinspektionen wurden an Kreuzungsbauwerken Schäden an Flügelwänden, Übergängen und Querwänden festgestellt, deren Beseitigung jetzt im Rahmen einer Fachplanung beschrieben, berechnet und dargestellt werden soll. Bei den betroffenen Bauteilen handelt es sich um schwierig liegende Abschnitte der Uferbefestigung, die sich noch im Originalzustand befinden.

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