Sanierung des Fontänenteichs im Schloßpark Biesdorf

Gestaltung und Entwicklung des Parks am Schloss Biesdorf lassen sich bis in das Jahr 1868 zurückverfolgen, als der Gutsbesitzer Hermann von Rüxleben den Auftrag zur Erbauung des Schlosses gab, zudem ein vier Hektar großer Park und ein eigens angelegter Eiskeller gehörte. Im Jahr 1887 wurden Gut, Park und Schloss von Werner Siemens erworben, 1889 gingen Schloss und Flächen auf Wilhelm von Siemens über. Dieser beauftragte den Berliner Stadtgartendirektor Albert Brodersen mit der Gestaltung und Erweiterung des Parks, der im englischen Stil gehalten wurde. Dazu wurden das Geländerelief modelliert und die entstandenen Flächen in einem Wechsel von dicht bepflanzten Strauch- und Baumhainen und lichten Wiesenflächen gestaltet. Im Park befindet sich heute der älteste und größte zusammenhängende Baumbestand des Stadtbezirks Marzahn-Hellersdorf.

Um 1900 wurde im südlichen Teil des Parks der ca. 600 m² umfassende Schlossteich angelegt, der mit einer Fontäne ausgestattet war. In den Wintermonaten wurde das sich im Teich bildende Eis entnommen und im benachbarten Eiskeller eingelagert, so es im Sommer zu Kühlzwecken genutzt wurde. Nachdem die Anlage kriegsbedingt verfiel, wurde die Fontäne im Jahr 1950 wieder in Betrieb genommen. Neben ihrer gartenarchitektonischen Funktion dient sie in den Sommermonaten dazu, den Wasserkörper des nur 1,30 m tiefen Teichs zu durchlüften. Letztmals wurden Teich und Fontäne im Jahr 1998 in Stand gesetzt. Damals soll der Teichboden mit einer Dichtungsschicht (vermutlich Ton) versehen worden sein. Aufgrund des von Hundehaltern ausgehenden Nutzungsdrucks musste der Teich eingezäunt werden. Schlosspark und Schloss stehen seit dem Jahr 1979 auf der Denkmalliste.

Die nun mehr als 30 Jahre zurückliegenden Instandsetzungsarbeiten entfalten eine immer geringere Wirkung. Einerseits hat sich besonders durch den Eintrag organischer Stoffe von den umgebenden Freiflächen eine Sedimentauflage gebildet, deren Stoffwechselprozesse zu beginnenden Beeinträchtigungen des Wasserkörpers führen. Andererseits weist die Dichtschicht Durchlässigkeiten auf, die dazu führen, dass der Schlossteich immer häufiger mit Fremdwasser befüllt werden muss, um die Versickerungsverluste auszugleichen. Schließlich ist die Funktion der Fontäne in zunehmendem Maße durch Treibsel behindert, die die Ansaugöffnung verlegen.

BAC wurde beauftragt, unter Berücksichtigung der gartendenkmalpflegerischen und naturschutzfachlichen Belange eine Fachplanung aufzustellen, die die vorhandenen Defizite beseitigt.

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