Einlaufbauwerk 681,5

Das Einlaufbauwerk 681,5 ist das Nachfolgebauwerk der Wehre Crieort und Peetzig, die beim Eishochwasser 1980/81 vollständig zerstört wurden. Ursprünglich mit 10 Durchflussöffnungen geplant, wurde es mit 4 Öffnungen im Jahr 1991 fertig gestellt. Nach 15 Jahren Betriebszeit stellte sich heraus, dass das Bauwerk den hydraulischen Beanspruchungen nicht gewachsen war. An den Pfeilern entstanden Risse und Ausbrüche, weshalb zunächst 16 Eisabweiser vor der Anlage gerammt wurden. Diese konnten das Fortschreiten der Schäden nicht aufhalten, sodass 2015 die Sanierung der Anlage in Angriff genommen werden musste. Bei der Freilegung der Betonbauteile zeigte sich eine beginnende Alkali-Kieselsäure-Reaktion im Beton, weswegen der Neubau der Anlage nötig wurde.

Die dazu durchgeführte Umplanung sah vor, dass Bauwerk in einer kombinierten Spundwand-Stahlbeton-Bauweise herzustellen. Seitenwände, Vor- und Nachlaufwand sowie die Tosbeckenendschwelle wurden mit teilweise verankerten Spundwänden hergestellt. Die Pfeiler, der Überbau und das Tosbecken sind aus Stahlbeton.

Einlaufbauwerk-681,5

Insgesamt wurden 1.800 m³ Beton eingebaut, die vom Mischwerk über den 9 km langen Deichverteidigungsweg bis zur Baustelle transportiert werden mussten. Die Spundwände wurden vom Walzwerk in Luxemburg mit einem Gütermotorschiff zum Bauwerk gebracht. Das Einbringen der zwischen 8 und 21 m langen Spundbohlen erfolgte mit Rüttlern, die frei reitend und mit einem Mäkler geführt wurden.

Das Wehr ist mit 4 senkrechten Verschlusstafeln ausgerüstet, die jeweils 5,50 m breit und 3,30 m hoch sind. Die Tafeln bestehen aus 12 mm starken Staublechen, auf die eine einseitig offene Verrippung aufgeschweißt wurde. Diese Rippen dienen der Aussteifung gegen den zu erwartenden Wasser- und Eisdruck. Die Verschlüsse werden mit Triebstöcken gehoben und gesenkt, die mit Elektroantrieben bewegt werden.

Das Bauwerk ist in der Lage, einen Maximalabfluss von 120 m³/s in den Polder A einzuleiten, was ca. 8% des Bemessungshochwassers der Oder entspricht. Die Anlage dient damit in erster Linie dem Hochwasserschutz. Daneben wird mit Bauwerk die Wasserführung im Polder A, der Teil des Nationalparks Unteres Odertal ist, gesteuert.

 

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