Lindenhofweiher Berlin-Schöneberg

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Der damalige Schöneberger Stadtbaurat Martin Wagner leitete den Bau der Lindehofsiedlung im heutigen Stadtbezirk Schöneberg-Tempelhof, die zwischen 1918 und 1921 entstand. Bauherr der Siedlung war die bis 1920 selbstständige Stadt Schöneberg. Die Siedlung, die für damalige (und auch heutige) Verhältnisse Pioniercharakter aufwies, bot guten Wohnraum zu günstigen Konditionen und eine Vielzahl von Gemeinschaftseinrichtungen. Neben Hausgärten, die der Selbstversorgung dienten, gab es ein von Bruno Taut geplantes Ledigenwohnheim und eine Parkanlage, in deren Herzen sich der Lindehof-Weiher befindet. Die Parkanlage entstand nach Entwürfen des Landschaftsarchitekten Leberecht Migge und steht heute, gemeinsam mit dem Weiher, den Gartenanlagen und der Siedlung selbst unter Denkmalschutz.

Der Lindenhofweiher wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch eine dauerhafte Verbindung der beiden isolierten Teiche „Dorfpfuhl“ und „Kleine Blanke Helle“ hergestellt. Das waren 2 eiszeitliche Bildungen, die beim letzten Vorstoß der Weichsel-Eiszeit entstanden, als nach dem Rückgang und Abschmelzen des Eises lokale Toteis-Löcher entstanden.

Leberecht Migge ließ die Gewässer verbinden und die Uferlinie sowie die Böschungen neu profilieren. Das Südufer wurde in einer strengen Form durchgängig abgeböscht, desgleichen das Ostufer. Am Übergang auf das Nordufer errichtete Martin Wagner die bis heute vorhandene Badestelle am Lindenhofweiher. Es entstanden Sonnen- und Aussichtsterrassen, einen Sandstrand und eine Bootsanlegestelle. Freiflächen und Gewässer wurden in einen aktiven Bereich und einen Ruhebereich unterteilt, deren Trennstelle eine Steinbrücke bildet, die den Durchstich zwischen den beiden vormaligen Einzelgewässern überspannt.

Schon seit 1922 wird Regenwasser in den Lindenhofweiher eingeleitet und hier zwischengespeichert. Bis in die 70-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein wurde Überschusswasser durch ein Auslaufbauwerk abgeleitet, dann wurde das Bauwerk verfüllt. Heute steuert ein provisorisches Pumpwerk den Wasserstand im Weiher, wobei unklar ist, welche Wasserstände aus ökologischer, landschaftsgärtnerischer und hydraulischer Sicht einzuhalten sind. Neben den hydraulischen Defiziten führt ein hoher Nährstoffeintrag von den umgebenden Flächen dazu, dass das Gewässer zu verlanden beginnt und zugleich eine dichte Teichrosendecke entstanden ist, die die Durchlichtung des Wasserkörpers und damit die Entwicklung anderer Wasserpflanzen verhindert. In einer Studie sollen die bestehenden Defizite einschließlich ihrer Ursachen dargestellt und Wege zur Verbesserung der Situation gezeigt werden.

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