Abflussverbesserung Güstebieser Alte Oder

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Nachdem Friedrich Wilhelm der I. von Preußen erste Arbeiten für due Urbarmachung des Oderbruchs, einer Niederung zwischen Lebus und Hohensaaten durchführen ließ, nahm sein Sohn, Friedrich der II. diese Idee zwischen dem ersten und zweiten schlesischen Krieg erneut auf. Unter der Anleitung des Oberdeichinspektors Simon Leonhard von Haerlem und nach Berechnungen des Mathematikers Leonhard Euler begann im Juli 1747 mit ca. 1.600 Arbeitern die Trockenlegung des Oderbruchs, das bis dahin von einer Vielzahl kleinerer Flüsse durchflossen um mehrmals im Jahr überschwemmt wurde.

Dafür wurde am Ostrand der Niederung ein neues Flussbett ausgehoben und das angrenzende Land mit dem Aushubboden eingedeicht. 1753 wurde der bei Güstebiese gebaute Fangedamm geöffnet und Wasser aus dem Oberlauf in den Neuen Kanal eingeleitet.

Zurück blieben Altgewässer, die über Abzugsgräben das Wasser der umliegenden Flächen aufnehmen und im freien Gefälle oder über Schöpfwerke in die (neue) Oder einleiten. Die Wriezener und die Güstebieser Alte Oder waren bis zur Öffnung des Durchstichs die früheren Hauptgewässer der Oder.  Sie sind zusammen rund 40 km lang.

Während die Wriezener Alte Oder als Bundeswasserstraße klassifiziert ist, dient die Güstebieser Alte Oder heute ausschließlich der Ökologie, der Landwirtschaft und in begrenztem Umfang der Naherholung. Aufgrund des nur noch geringen Abflusses verlanden die Gewässerprofile der Güstebieser Alten Oder zunehmend und wachsen von den Seiten her zu, was zu einer deutlichen Verschlechterung der Wasserqualität bei gleichzeitigem Rückgang der biologischen Vielfalt geführt hat. 

Um das Wasserdargebot zu erhöhen wurde 2009 ein Durchleiter gebaut, der durch Wassereinleitung aus der Oder zugleich die Wasserqualität in der Güstebieser Alten Oder verbessern sollte. Im Betrieb stellte sich heraus, dass die in der Güstebieser Alten Oder lagernden Sedimente in die Wriezener Alte Oder eingetragen werden, was deren Funktion als Wasserstraße aber mehr noch als Hauptvorflut für das mittlere und obere Oderbruch beeinträchtigt. Deswegen sollen nun die im Unterlauf der Güstebieser Alten Oder lagernden Sedimente entnommen und ein Sandfang gebaut werden.

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