Fertigstellung des Umfluters Maihof

Die 46 Kilometer lange Schnelle Havel verläuft vom Vosskanal bei Zehdenick bis zum Oder-Havel-Kanal bei Oranienburg. Sie durchfließt überwiegend landwirtschaftlich geprägte und genutzte Flächen und ist von großer Bedeutung für deren Wasserhaushalt. Obwohl der Gewässerlauf wegen einer Reihe von Stauanlagen nur noch begrenzt ökologisch durchgängig ist, besitzt er als potenzielles Verbindungsgewässer überregionale Bedeutung und soll revitalisiert werden. Zielvorstellung ist der der LAWA-Gewässertyp 15, also der sand- und lehmgeprägte Tieflandfluss.

Von entscheidender Bedeutung für eine quasinatürliche Gewässerdynamik ist das Wasserdargebot. Hier bestehen erhebliche Defizite, da der Abfluss der Schnellen Havel seit den 70-er Jahren fast vollständig durch den Vosskanal geleitet wird. Der damit einher gehenden Wasserstandsabsenkung wurde durch eine Vielzahl von Stauanlagen begegnet. Das führt letztlich dazu, dass das Gewässer in Trockenwetterperioden nahezu abflusslos wird und eine Kette langgezogener Stehgewässer entsteht.

Das bewirkt den Rückzug ehemals gebietsheimischer, strömungsliebender Fischarten wie Aland, Quappe, Döbel und Barbe, deren Lebensraum durch die Revitalisierung des Gewässers und durch die Herstellung der aquatischen Durchgängigkeit wieder hergestellt werden soll.

Als eine der ersten Teilmaßnahmen wurde ein alter Umgehungsmäander am Wehr Maihof ökologisch durchgängig an das Gewässer angeschlossen. Der Altarm wurde beim Bau des Wehrs als Umfluter genutzt und später mit 2 Stauen vom Fließgewässer separiert. Das wurde nun rückgängig gemacht. Ein- und Auslauf des Mäanders wurden so an das Fließgewässer angebunden, dass das Staubauwerk von Fischen umwandert werden kann. Gleichzeitig erfolgte die Entnahme von Sedimenten um die Gewässermorphologie und -dynamik zu verbessern. Zur Verbesserung der Gewässerstruktur wurden Totholzhabitate angelegt und Rauhbäume in das Gewässer eingebaut.

zurück

Referenzen

Fragen?

MENU